Bring your own Device (BYOD)


Niveau Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2
Standards Wissen aufbereiten, recherchieren, darstellen, Methodenkompetenz

Kompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten mit ihrem eigenen Gerät den Unterrichtsstoff und stellen ihn in geeigneter Weise dar.

Problem:
Die Motivation, sich mit dem Unterrichtsstoff auseinanderzusetzen, ist entscheidend für den Unterrichtserfolg (Hattie et. al 2013).

Das Unterrichtssetting Bring your own Device ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, mit ihren eigenen mobilen Endgeräten sich mit dem Unterrichtsstoff auseinanderzusetzen. Dies wiederum wirkt stark motivationssteigernd.

ByoDBring your own Device ist ein Unterrichtssetting, indem die Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen mobilen Endgeräten (z.B. Tablet-PCs, Smartphones, Laptops) mit geeignetem Unterrichtsmaterialien Lernstoff teilselbstständig oder selbstständig erarbeiten. In diesem Setting werden sowohl Handlungskompetenz (z.B. Erarbeitung des Lernstoffes mit dem eigenen mobilen Endgerät, usw.), als auch Methodenkompetenz (z.B. Aufbereitung des Lernstoffes mit Hilfe des eigenen mobilen Endgerätes, geeignete Darstellung des Wissenszuwachses, usw.) verlangt.

Das Setting bedient sich mit Elementen aus dem Selbstorganisierten Lernen und aus klassischen Unterrichtselementen, wie z.B.:

  • Erstellung von Erklärvideos
  • Internetrecherche mit Hilfe von Suchmaschinen auf dem mobilen Endgerät.
  • Vorbereitung von Präsentationen mit geeigneten Präsentationsmedien auf mobilen Endgeräten oder in webportalen (z.B. prezi)
  • Medienunterstütztes Unterrichtsgespräch

Gleichzeitig werden mehrere Kanäle angesprochen (audiovisuell, haptisch, formal-kognitiv, praktisch-anschaulich), indem das eigene mobile Endgerät zum Medium des Wissenserwerbs und Wissenszuwachses wird.

Um BYOD im Unterricht durchführen zu können, benötigt es bestimmte Rahmenbedingungen. Die wichtigste ist flächendeckendes w-LAN. Um die Schülerinnen und Schüler vor sich selbst zu schützen wird ein webbasierter Jugendschutzfiler benötigt. Es gibt für den Schulbereich Jugendschutzfilter-Lösungen, wie z.B. TIME for Kids, belwue. Für den nötigen Austausch und die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien eignen sich Clouddienste, wie z.B. die schuleigene pädagogische Musterlösung (Tauschverzeichnisse), nextcloud-Umgebungen oder moodle bzw. ilias. Letztere Lösungen haben den Vorteil, Blended Learning in den Unterricht zu integrieren.

Im Moment existieren noch nicht sehr viele fertigen Unterrichtsmaterialien für die einzelnen Fächer. Im Moment werden in Deutschland Tablets in Pilotschulen für die nächsten 5 Jahre erprobt (vgl. Allgöwer 2016). In den ersten drei Jahren nehmen vier Pilotschulen, jeweils eine aus den vier Regierungsbezirken teil. Nach 3 Jahren sollen 14 weiter Modellschulen dazukommen (vgl. Kultusministerium Baden-Württemberg 2016). Im Zuge dieser Pilotphase werden Unterrichtsmaterialien für die einzelnen Fächer erarbeitet. In Baden-Württemberg stehen hier die naturwissenschaftlichen Fächer, Mathematik, Englisch und Geschichte im Fokus. Materialien für weitere Fächer folgen sicherlich später.
Ein Beispiel für ein Unterrichtsmaterial, welches dem BYOD-Setting gerecht wird sind sog. Lernjobs.
In Lernjobs werden die Arbeitsblätter so aufbereitet, dass die Schülerinnen und Schüler selbstorganisiert Aufgaben teilweise mit Hilfe ihrer mobilen Endgeräte erarbeiten können. So werden z.B. für die Einbindung von Videos, Webseiten oder Lösungsdateien in das Arbeitsmaterial sog. qr-Codes in das Arbeitsmaterial eingebunden. Die klassische Operationalisierung der Aufgaben darf natürlich auch nicht fehlen.